In Ouagadougou, um Ouagadougou und um Ouagadougou herum …
… ist weit und breit kein Steuerparadies zu sehen, Herr Minister Steinbrück, eher die Hölle auf Erden für Menschen, die kaum einen Dollar Tag für Tag zum Essen haben. Respekt für Ihren unermüdlichen Einsatz für den deutschen Steuerzahler. Aber hier sind Ihnen die Kavalleriepferde durchgegangen. Bleibt ein Funke Hoffnung, dass Ihr mal einfach so statt „Honolulu“ dahin gesagtes „Ouagadougou“ die Aufmerksamkeit auf jene lenkt, die mit einem Bruchteil der Ihnen entgangenen Steuermilliarden ein lebenswertes Leben führen könnten. In diesem Sinne: viel Erfolg – und geben Sie bitte etwas davon ab, wenn er sich denn einstellt: an Ouagadougou und vor allem an alle drum herum!
Sie haben uns das Stichwort gegeben, Herr Steinbrück, wenn auch sicher ziemlich beliebig. Aber wir greifen es gerne auf und werden also hier an dieser Stelle in Zukunft ein wenig berichten vom Umland Ouagadougous in Westafrika und weit darüber hinaus. Luxemburg und die Schweiz mögen uns entschuldigen, dass wir dabei nicht näher auf ihre fetten finanziellen und natürlichen Weiden eingehen. Sie liegen zu weit weg. Berichten wir zunächst von den Kühen, die sich an den Abfallhäufen am Straßenrand Ouagadougous, Abidjans oder anderer Hauptstädte Afrikas etwas mageres Fleisch unter das um die Knochen gespannte Fell holen.
Berichten wir von Menschen, deren letzte Sorge Steuern sind, weil sogar der korrupteste Staat davor einen Verdienst gestellt hat.
Berichten wir von Menschen, die bei der Erwähnung des Paradieses immer noch vor allem an Ihr Land und drum herum denken – bis hin zu Herrn Berlusconis Ferienparadies Lampedusa, das an afrikanischen Individual-Touristen keinen Mangel leidet.
Berichten wir also von Kühen, die kein Werber als glücklich zu bezeichnen wagen würde und von Menschen, die immerhin noch so viel Mensch geblieben sind, dass sie vom Glück noch zu träumen wagen: nachts zu zweit, wenn der Rest der Welt so weit weg ist wie die Miseren des nächsten Tages und die Dogmen des Vatikans.
Fangen wir an mit Burkina Faso, dem Staat, dessen Hauptstadt Ouagadougou ist, und der weit oben auf der Liste der ärmsten Staaten dieser Erde rangiert und der deshalb so kreditunwürdig ist bei all jenen Staaten, deren Finanzeliten sich gerade eben um jede moralische Kreditwürdigkeit gebracht haben.
Vielleicht finden wir ja sogar einen Verbündeten in Ihnen, Herr Steinbrück; denn irgendwo schwant uns, dass Sie wie wir selbst ehrlich entrüstet sind. Da sagt man dann in Afrika schlicht „pardon“ und kämpft zusammen weiter. Sie sind herzlich eingeladen.
Das nächste Mal berichten wir dann also so nüchtern wie es die Mägen vieler Bourkinabais sind: über
Burkina Faso











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